Zuwendungen an Arbeitnehmer clever gestalten

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Unternehmer kennen das Problem, von jeder Gehaltserhöhung kommt nur die Hälfte auf dem Konto des Mitarbeiters an.

Erhalten Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung in Höhe von 100 € so kosten diese Zuwendung dem Arbeitgeber, einschließlich seiner Anteile zur Sozialversicherung, mehr als 120 € – ohne Berücksichtigung weiterer Personalnebenkosten. Unterm Strich bleiben davon 70 € auf der Strecke. Seit Jahren gibt es Möglichkeiten dem Arbeitnehmer Zuwendungen zukommen zu lassen die für den Arbeitnehmer steuer-und sozialversicherungsfrei sind. Für den Arbeitgeber entsteht dadurch eine Senkung der Personalkosten, da diese Zuwendungen auch für ihn nicht der Sozialversicherungspflicht unterliegen.

Teilweise sind die Wege zur Nutzung dieser Zuwendung nur wenig bekannt, oder führen nicht zum maximalen Ergebnis für Unternehmen und Mitarbeiter. Doch dazu später. Zunächst möchte ich einmal ausgewählte Zuwendungen vorstellen, die sich monatlich wiederkehrend nutzen lassen.

1.      Sachbezüge
Die rechtliche Grundlage dazu bietet das Einkommensteuergesetz (EStG) im § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Hier ist geregelt, dass die Zuwendungen an den Arbeitnehmer als Sachbezug erfolgen muss. In der Praxis wird weit verbreitet dazu der Tankgutschein genutzt. Bei diesen Sachzuwendungen ist zu berücksichtigen, dass inklusive der Kosten für Nebenleistungen die erbracht werden müssen, um die Sachbezüge zu gewähren, der Betrag von 44 € monatlich nicht überschritten werden darf.

Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass der Arbeitnehmer mindestens in dem Betrag der ihm gewährt wurde Sachen (in diesem Fall Kraftstoff) erworben hat. Ein Beleg dafür ist dem Lohnkonto beizufügen.

2.      Fahrgeld
Zur Bewältigung des Weges zwischen Wohnung und Erster Arbeitsstätte kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Lohnsteuer und Sozialversicherung frei einen Fahrtkostenzuschuss zahlen. Der Arbeitgeber muss diesen Beitrag mit nur 15 % pauschal versteuern.

Bei Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels können die Tickets pauschal versteuert und damit abgabenfrei ausgezahlt werden. Dieser pauschal versteuerte Betrag ist auf der Lohnsteuerbescheinigung einzutragen. Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung werden diese Zuwendungen von den geltend gemachten Werbungskosten abgezogen, damit es nicht zu einer zweifachen Begünstigung kommt. Übersteigen die geltend gemachten Werbungskosten nicht den Arbeitnehmerpauschbetrag (1000 €) hat diese Kürzung jedoch keine nachteiligen Auswirkungen für den Arbeitnehmer.

3.      Betreuungsleistungen
Steuer und beitragsfrei sind Leistungen des Arbeitgebers für Zuschüsse zu den Kosten für die Unterbringung und Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder des Arbeitnehmers in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen. (§ 3 Nr 33 EStG).

Diese Kosten können ohne Begrenzungen vom Arbeitgeber übernommen werden.

4.      Internet
Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer die Aufwendungen für die private Internetnutzung erstatten. Bis zu einer Höhe von 50 € monatlich brauchen die Kosten nicht nachgewiesen werden. In dieser Kostenübernahme ist enthalten die Nutzung privater Datentechnik sowie anteilige Kosten für Energie und Nutzung der Räumlichkeiten. Hier genügt eine bloße Erklärung des Arbeitnehmers, dass Kosten in dieser Höhe bei ihm anfallen.

5.      Betriebliche Altersversorgung
für kleinere und mittelständische Unternehmen bietet sich eine betriebliche Altersversorgung nach §3 Nr 63 EStG in den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds an. Der Arbeitgeber kann hier für den Arbeitnehmer im 1. Dienstverhältnis ab 2018 bis zur Höhe von 8 % der Beitragsbemessungsgrenze West zur Rentenversicherung (also 6240 € jährlich) einzahlen.

Darüber hinaus enthält das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) eine ganze Reihe von neuen Regelungen die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht unbedeutend sind. So erhalten Arbeitgeber ab 2018 staatliche Zuschüsse, wenn sie Geringverdienern einen Zuschuss zur betrieblichen Altersversorgung zahlen.

Hier empfehle ich zu diesem Thema einen Spezialisten für betriebliche Altersversorgung zu konsultieren.

Werden die Zuwendungen zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn erbracht steigen für das Unternehmen die Personalkosten, der Mitarbeiter erwirbt jedoch keinerlei Leistungsansprüche für Rente, Krankengeld und Arbeitslosengeld.

Für weitere Informationen empfehle ich mein Ratgebervideo.

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